Elektrosmog durch Mobilfunk

Prof. Dr. Klaus Buchner
Mobilfunkexperte und ÖDP-Abgeordneter des Europäischen Parlaments

Die ÖDP will Mobilfunk nicht verbieten! Aber die Bürger haben ein Recht auf  Unversehrtheit. Deshalb müssen wir für eine verträglichere Technologie sorgen. Die Gesundheitsvorsorge muss absoluten Vorrang vor den Interessen und dem Profit der Industrie haben. Durch staatliche Aufklärung und ein Werbeverbot in Zusammenhang mit dem expandierenden Mobilfunkkonsum von Kindern und Jugendlichen muss ein gesundheitsschonender Umgang mit der ‚Risikotechnologie Mobilfunk erreicht werden.

Man sieht es nicht auf den ersten Blick
Fast jeder benutzt heute ein Handy und scheint dabei kerngesund zu sein. Trotzdem können Handystrahlen der Gesundheit schaden. Es ist wie beim Rauchen: Viele Raucher haben keine Krankheitssymptome. Dennoch bezweifelt heute niemand die Gefahren durch das Rauchen.
Übrigens: Hier geht es nicht nur um die Strahlung von Handys und Handymasten, sondern auch um die meisten Schnurlostelefone, um WLAN (Internetanschluss per Funk) und um den neuen Polizeifunk TETRA. Diese Techniken strahlen rund um die Uhr, ob sie benutzt werden oder nicht. Betroffen sind zudem alle ähnlichen Strahlungsquellen wie Bluetooth (Kurzstreckenfunk z.B. bei Funkmäusen oder im  Auto), LTE (Breitbanddatenübertragung) usw. Niemand muss  auf sein Handy verzichten, aber es muss endlich auf strahlenreduzierte Funktechniken in Deutschland umgestiegen werden.

Die ÖDP fordert:
➨ Wohnräume von außen nicht übermäßig bestrahlen.
➨ Strahlende Heizungs- und Elektrizitätszähler (Smart Meter) verbieten.
➨ Mitsprache der Anwohner beim Bau von Sendeantennen für Mobilfunk, TETRA usw.
➨ Für den Polizei- und Behördenfunk ein besseres System als TETRA verwenden, das nicht dauernd mit voller Leistung funkt (z.B. TETRAPOL).
➨ Elektrosensibilität als Krankheit anerkennen.
➨ Mobilfunkfreie Gebiete als Rückzugsräume für elektrosensible Menschen schaffen.
➨ Keine Schnurlostelefone in den Schulbüros, besser LAN als WLAN an Schulen.

Kinder sind besonders gefährdet!
Bei Ungeborenen, Kindern und Jugendlichen ist durch die hohe Aktivität bei der Zellteilung die Gefahr von Tumoren und Leukämie besonders groß. Auf ungeborenes Leben kommt ein hohes Missbildungsrisiko zu.

Die ÖDP bittet die Eltern:

➨ Schwangere, Kinder und Jugendliche vor Hochfrequenzstrahlung zu schützen.
➨ Kinder und Jugendliche nur in Notfällen mobil telefonieren zu lassen und Smartphones, Tablet-PCs usw. zu
meiden.
➨ Kein Babyphone mit Funk in der Nähe von Kinderbetten aufzustellen.
➨ Mobilfunktelefonate auf ein Minimum einzuschränken.
➨ Schnurlostelefone, WLAN, LTE, Bluetooth usw. soweit wie möglich zu vermeiden.
➨ Bevorzugt Kabelverbindungen zu verwenden.

Grenzwerte deutlich senken!
Unzählige wissenschaftliche Studien zeigen, dass Gesundheitsschäden von Kopfschmerzen bis hin zu Krebs und Erbschäden auftreten können, und zwar schon weit unterhalb der deutschen Grenzwerte. Es wird jedoch immer wieder behauptet, diese Studien seien widersprüchlich. Deshalb könne man nicht sicher sagen, ob die Strahlen wirklich gefährlich sind. Es zeigt sich jedoch, dass Forschungen, die von der Industrie finanziert sind, überwiegend die Ungefährlichkeit der Strahlung „beweisen“, während Tausende(!) unabhängiger Studien eindeutig auf Strahlenschäden hinweisen.
Die deutsche Mobilfunkforschung ist meistens industriefinanziert und deshalb nicht unabhängig. Auch die  Strahlenschutzkommission, die die Regierung bei der Festlegung der Grenzwerte berät, ist überwiegend mit Vertretern der Industrie-Lobby besetzt. Sie haben die jetzigen viel zu hohen Grenzwerte ermöglicht, die nicht vor Gesundheitsschäden schützen.

Die ÖDP fordert:
➨ Drastische Senkung der Grenzwerte vorerst auf 100 µW/m² (wie z.B. vom Europarat gefordert), in sensiblen Gebieten wie Kindergärten, Schulen, Wohnungen auf 10 µW/m². Später können die Werte noch weiter gesenkt werden.
➨ Die deutsche Mobilfunkforschung ausreichend mit staatlichen Mitteln ausstatten und von Industrie-Interessen unabhängig machen.
➨ Die Strahlenschutzkommission und das Bundesamt für Strahlenschutz mit unabhängigen Experten besetzen.
➨ Mehr Forschungsgelder zugunsten von Technologien, die niedrigere Grenzwerte ermöglichen.

Gesundheitsschonender Funk ist möglich!
Durch einen anderen Aufbau der Funknetze kann die Strahlenbelastung der Bevölkerung drastisch gesenkt werden. Das
beweisen die niedrigen Grenzwerte in anderen Ländern, z.B. in Luxemburg, in der Toskana (Italien) und Neusüdwales
(Australien). Das kostet zwar etwas mehr, aber das sollte uns der Schutz der Gesundheit wert sein.

Die ÖDP rät:
➨ Schalten Sie Ihr Handy aus, wenn Sie im Auto oder in einer Bahn unterwegs sind. (Dies gilt nicht für Freisprechanlagen.)
➨ Halten Sie beim Wählen Ihr Handy so lange nicht ans Ohr, bis das Freizeichen kommt.
➨ Verwenden Sie lieber ein Headset beim Telefonieren.
➨ Tragen Sie das Handy nicht am Gürtel oder in der Hosentasche.
➨ Verwenden Sie keine Schnurlostelefone oder nur solche, die nicht andauernd funken (Öko-Telefone).
➨ Vermeiden Sie WLAN und Bluetooth. Verwenden Sie stattdessen kabelgebundene Verbindungen.

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